Das Aleph / An jenem strahlenden Februarmorgen, als Beatriz Viterbo starb, nach einem herrscherlichen Todeskampf, der sich keinen Augenblick zu Sentimentalität oder Furcht herabließ, stellte ich fest, daß die Plakatwände an der Plaza Constitución die Reklame für irgendeine Sorte blonder Zigaretten erneuert hatten; das schmerzte mich, da ich begriff, daß das rastlose und weiträumige Universum bereits von ihr abrückte, und das dieser Wandel der erste einer endlosen Reihe war. Das universum mag sich wandeln, ich aber nicht, dachte ich mit melancholischer Eitelkeit; manchmal, ich weiß wohl, hatte meine eitle Ergebenheit sie gereitzt; nun da sie tot war, konnte ich mich ihrem Andenken weihen, ohne Hoffnung, aber auch ohne Demütigung. Ich bedachte, daß der 30. April ihr Geburtstag war; dem Haus in der Calle Garay an diesem Tag einen Besuch abzustatten, um ihren Vater und Carlos Argentino, ihren Vetter ersten Grades, zu begrüßen, war ein untadeliger, vielleicht unumgänglicher Akt der Höflichkeit. Wieder würde ich im Dämmer des vollgepfropften Empfangszimmerchens warten, wieder die Einzelheiten ihrer vielen Porträts studieren: Beatriz Viterbo im Profil, in Farbe; Beatriz mit Halblarve beim Karneval 1921; Beatriz bei ihrer Erstkommunion; Beatriz am Tage ihrer Vermählung mit Roberto Alessandri; Beatriz kurz nach der Scheidung, bei einem Frühstück im Reitclub; Beatriz in Quilmes, mit Delia San Marco Porcel und Carlos Argentino; Beatriz mit dem Pekinesen, den ihr Villegas Haedo schenkte; Beatriz von vorn und im Dreiviertelprofil, lächelnd, die Hand am Kinn ... Diesmal brauchte ich mein Erscheinen nicht wie bei anderen Gelegenheiten mit bescheidenen Büchergaben zu rechtfertigen, Büchern, deren Seiten ich mit der Zeit wohlweislich aufschnitt, um sie nicht Monate später unversehrt zu finden.Beatriz Viterbo starb 1929; von da an ließ ich keinen 30. April vorübergehen, ohne mich in ihrem Haus einzufinden. Gewöhnlich kam ich um Viertel nach sieben und blieb rund fünfundzwanzig Minuten; jedes Jahr erschein ich bein bißchen später und blieb ein bißchen länger; 1933 begünstigte mich ein sintflutartiger Regen: Sie mußten mich zum Essen einladen. Natürlich ließ ich diesen Präzedenzfall nicht ungenutzt; 1934 erschien ich, als es bereits acht geschlagen hatte, mit einem Lebkuchen aus Santa Fe und blieb ganz selbstverständlich zum Essen. So empfing ich an melancholischen und eitel erotischen Jahrestagen Carlos Argentino Daneris vertrauliche Mitteilungen. Beatriz war groß, zerbrechlich und ein wenig gebeugt; in ihrem Gang lag (sofern das Oxymoron zulässig ist) etwas wie graziöse Plumpheit, ein Anflug von Ekstase; Carlos Argentino ist rosig, kompakt, ergraut, mit feinen Gesichtszügen. Er geht irgendeiner untergeordneten Tätigkeit in einer obskuren Bibliothek in der südlichen Vorstadt nach; er ist zwar autoritär, aber auch wirkungslos; bis vor kurzem nutzte er Abende und Feiertage, um daheimzubleiben. Nach zwei Generationen haben sich bei ihm das zischende italienische S und die üppige italienische Gebärdensprache noch erhalten. Seine Geistestätigkeit ist unausgesetzt, leidenschaftlich, sprunghaft und völlig unbedeutend. Er schwelgt in untauglichen Analogien und in müßigen Skrupeln. Er hat (wie Beatriz) große, schöne, fein geformte Hände. Ein paar Monate lang war er von Paul Fort besessen, nicht so sehr wegen der Balladen als wegen der Idee eines makellosen Ruhms. "Er ist der Fürst der französischen Dichter", wiederholte er selbstgefällig. "Du magst dich ruhig vergebens gegen ihn sperren; nein auch der giftigste deiner Pfeile wird ihn nie treffen."
Am 30. April 1941 erlaubte ich mir, dem Lebkuchen eine Flasche einheimischen Kognaks hineinzufügen. Carlos Argentino kostete ihn, befand ihn für interessant und begann nach ein paar Gläsern it einer Rechtfertigung des modernen Menschen. "Ich sehe ihn vor mir", sagte er mit nicht ganz erklärlicher Lebhaftigkeit, "in seinem Studienzimmer, gleich einem Türmer im Ausflug einer Stadt versehen mit Telefonen, Telegrafen, Fonografen, Radiogeräten, Kinematografen, Laternae Magicae, Glossaren, Fahrplänen, Handbüchern, Bulletins ... " Er bemerkte, für einen derartig ausgestattenten Menschen sei das Reisen überflüssig: unser 20. Jahrhundert habe die Geschichte von Mohammed und dem Berg umgedreht; heute liefen die Berge zum modernen Mohammed.
So inhaltlos erschienen mir diese Gedanken, daß ich sie unmittelbar mit Literatur in Zusammenhang brachte; ich sagte ihm, er sollte sie doch niederschreiben. Wie vorauszusehen erwiderte er, das habe er bereits getan; diese Idee sowie andere nicht minder neuartige ständen in dem Canto Augural, dem Canto Prologal oder - schlicht gesagt- dem Canto-Prólogo einer Dichtung, an der seit vielen Jahren arbeite, ohne réclame, ohne ohrenbetäubendes Trara, immer nur gestützt auf jene beiden Stäbe, die sich Arbeit und Einsamkeit nennen. Zuerst öffne er der Phantasie die Tore sperrangelweit; dann setzte er die Feile an. Die Dichtung sei betitelt Die Erde; es handle sich um eine Schilderung des Planeten, die es natürlich nicht an pittoresken Abschweifungen und kühne Apostrophen fehlen lasse.
Ich bat ihn, mir wenigstens eine kurze Stelle vorzulesen. Er zog eine Schublade am Schreibtisch auf, nahm ein dickes Bündel Heftblätter heraus, die aufgedruckt den Kopf der Bibliothek Juan Crisóstomo Lafinur trugen, und las voll hallender Selbstgefälligkeit:
He visto, como el griego, las urbes de los hombres,
Los trabajos, los días de varia luz, el hambre;
No corrijo los hechos, no falseo los nombres,
Pero el voyage que narro, es ... autour de ma chambre.
Ich sah, wie der Grieche, die Städte der Menschen,
Die Werke der Tage verschiedenen Lichts, den Hunger;
Ich korrigiere nicht Tatsachen, verfälsche nicht Namen,
Doch führt le voyage den ich erzähle ...
autour de ma chambre.
"Eine Strophe", befand er. "Der erste Vers gewinnt den Beifall des Gelehrten, des Akademikers, den Hellenisten, wenn nicht gar der Möchtegern-Schöngeister, die einen ansehnlichen Teil des Publikums ausmachen; die zweite geht von Homer zu Hesiod über (womit ich hier an der Stirnseite des poetischen Prunkbaus eine implizite Huldigung an den Vater der Lehrdichtung anbringe), nicht ohne ein Kunstmimttel wiederzubeleben, das sich von der Heiligen Schrift herleitet, nämlich die Aufzählung, Häufung oder Ballung; der dritte Vers - Literaturbarock, Dekadentismus, geläuterter und fanatischer Formkult? - besteht aus Zwillings-Hemistischen; der vierte, unumwunden zweisprachig, sichert mir die uneingeschränkte Zustimmung jedes den unbefangenen Neckereien des Scherzgedichts aufgeschlossenen Geistes. Ganz zu schweigen von dem seltenen Reim sowie der Ausschmückung, die mir - ohne Pedanterie - gestattet, in den vier Versen drei gelehrte Anspielungen unterzubringen, die dreißig Jahrhunderte zusammengedrängter Literatur umspannen: die erste auf die Odyssee, die zweite auf Werk und Tage, die dritte auf die unsterbliche Bagatelle, die wir den Mußestunden der Feder des Savoyarden verdanken ... Ich lerne wieder einmal verstehen, daß die moderne Kunst nach dem Balsam des heiteren Gelächters, dem scherzo lechzt. Ganz gewiß hat das Wort Goldoni!"
Noch viele weitere Strophe las er mir vor, die gleichfalls seine Billigung fanden und von ihm verschwenderisch kommentiert wurden. Be,erkenswertes stand in keiner; doch hielt ich sie auch nicht für viel schlechter als die vorstehende. An seinem Stil hatten Beflissenheit, Entsagung und Zufall mitgewirkt; die Tugenden, die Daneri den Versen nachsagte, waren Qualitäten a posteriori. Ich begriff, daß die Arbeit des Dichters herrlich zu finden; natürlich veränderte diese Arbeit das Werk für ihn, aber nicht für andere. Daneris mündliche Wiedergabe war extravagant; seine Ungeschicklichkeit in der Metrik verbot ihm, von ganz wenigen Stellen abgesehen, diese Extravaganz auf die Dichtung zu übertragen. Ein einziges Mal in meinem Leben hatte ich Gelegenheit, die 15 000 Zwölfsilbler des Polyolbion durchzuackern, jenes topographischen Epos, in dem Michael Drayton Fauna, Flora, Gewässer- und Gebrigskunde, Militär- und Mönchsgeschichte Englands verzeichnet hat; ich bin sicher, daß dieses stattliche, aber begrenzte Produkt weniger langweilig ist als das ähnliche angelegte Riesenunternehmen von Carlos Argentino. Hatte er doch vor, die gesamtrundung des Planeten in Verse zu bringen; im Jahre 1941 hatte er bereits einige Hektar des Staates Queensland erledigt und über einen Kilometer vom Lauf des Ob, einen Gasometer im Norden von Veracruz, die wichtigsten Geschäftshäuser der Gemeinde Concepción, das Landhaus von Mariana Cambáceres de Alvear in der Calle Once de Setiembre in Belgrano und ein türlisches Bad unweit des berühmten Aquariums von Brighton. Er las mir ein paar besondere Stellen aus der australischen Zone seiner Dichtung vor; diese ausgewalzten formlosen Alexandriner ließen den verhältnismäßig bewegten Gang der Eingangsverse vermissen. Ich gebe eine Strophe:
Sepan. A manderecha del poste rutinario
(Viniendo, claro está, desde el Nornoroeste)
Se aburre una osamenta, ¿Color? Blanquiceleste -
Que da al cornal de ovejas catadura de osario.
Man höre. Rechter Hand des routinierten Pfostens
(Man kommt, natürlich, von Nordnordwesten)
Langweilt sich ein Skelett - Farbe? Weißhimmlisch -
Das den Schafpferch wie ein Beinhaus erscheinen läßt.
"Zwei Kühnheiten!" rief er jubelnd. "Ausgetüftelt, höre ich dich brummen, um Effekt zu machen. Zugegeben, zugegeben. Das eine: das Beiwort 'routiniert', das en passant unübertrefflich die mit Weide- und Landarbeit unweigerlich verbundene Langeweile zum Ausdruck bringt, die weder die Georgica noch unser bereits lorbeerbekränztes Don Segundo je so unverblümt denunziert haben. Die andere: der kraftvolle Prosaismus 'langweilig sich ein Skelett', den der Zärtling mit Abscheu wird verbannt wissen wollen, den aber der Kritiker von männlichem Geschmack höher wird schätzen als sein Leben. Überdies ist der ganze Vers wie auf der Goldwaage abgewogen. Der zweite Halbvers spinnt mit dem Leser den muntersten Schatz an, kommt seiner brennenden Neugier zuvor, legt ihm eine Frage in den Mund und beantwortet sie ... im Nu. Und was sagst du zu meinem poetischen Fund 'weißhimmlisch'? Dieser pittoreske Neologismus suggeriert den Himmel, der für die australische Landschaft so ungemein bedeutsam ist. Ohne diese Beschwörung enthielte die Skizze ein Übermaß an düsteren Farbtönen, und der Leser sähe sich gezwungen, den Band zu schließen, in innerster Seele von unheilbarer und schwarzer Melancholie getroffen." Gegen Mitternacht verabschiedete ich mich.
Am übernächsten Sonntag rief Daneri mich an; ich glaube, zum erstenmal in meinem Leben. Er schlug vor, wir sollten uns um vier treffen, "um zusammen ein Glas Milch zu trinken, und zwar in der Salon-Bar an der Ecke, deren Eröffnung wir der Fortschrittlichkeit von Zumino und Zungri - du weißt, die Eigentümer meines Hauses - zu verdanken haben, eine Confiserie, die du unbedingt wirst kennenlernen wollen". Ich sagte zu, eher resigniert denn begeistert. Wir hatten Mühe, einen Tisch zu finden; die "Salon-Bar", erbarmungslos modern, blieb hinter meinen gräßlichsten Befürchtungen nur wenig zurück; an den Nachbartischen nannte die erregte Gästeschar die summen, die von Zunino und Zungri ohne Feilschen investiert worden waren. Carlos Argentino tat so, als sei er platt über irgendwelche Errungenschaften der Beleuchtungseinrichtung (die er gewiß schon kannte) und sagte mir mit strengem Nachdruck: "Du wirst, wenn auch, widerstrebend, zugeben müssen, daß es das Lokal hier mit den höchstgestochenen in Flores aufnehmen kann." Dann las er mir noch einmal vier oder fünf Seiten der Dichtung vor. Er hatte sie dem entarteten Prinzip schieren Wortgepränges folgend überarbeitet. Wo er vorher "blau" geschrieben hatte, schwelgte er jetzt in "blauend", "blaulich", ja "azuren". Das Wort "milchig" war ihm noch nicht häßlich genug; in der schwungvollen Schilderung einer Wollwäscherei zog er "milchern", "molkicht", "molken", "molkös" vor ... Bitterlich schmähte er die Kritiker; dann verglich er sie, etwas gnädiger, mit Menschen, "die weder über Edelmetalle noch über Dampfpressen, Walzen und Schwefelsäure verfügen, um Goldschätze auszumünzen, die jedoch den anderen Ort eines Schatzes andeuten können". Im selben Atem rügte er die Prologomanie, "über die sich in seinem köstlichen Vorwort zum Don Quijote bereits der Fürst der Scharfsinnigen lustig gemacht hat". Er räumte jedoch ein, daß auf die Titelseite seines neuartigen Werks der prunkende Prolog gehöre, von namhafter Hand con brio appliziert. Er setzte hinzu, daß er sich mit dem Gedanken trage, die einleitenden Gesänge seiner Dichtung zu veröffentlichen. Erst da verstand ich die sonderbare telefonische Einladung; der Mann war drauf und dran, mich zu bitten, seinen pedantischen Plunder zu beantworten. Meine Furcht war jedoch unbegründet: Carlos Argentino stellte mit grollender Bewunderung fest, er glaube sich nicht im Epitheton zu irren, wenn er das Prestige gefestigt nenne, das Álvaro Melián Lafinur in sämtlichen literarischen Kreisen erworben habe, dieser homme de lettres, der, sofern ich mich dafür einsetzte, seine Dichtung von Herzen gern mit einem Geleitwort versehen werde. Um einem Mißgriff, der schlechthin unverzeihlich wäre, vorzubeugen, müßte ich mich zum Sprachrohr zweier unbestreitbarer Verdienste machen: der formalen Perfektion und der wissenschaftlichen Strenge, "insofern dieser weitläufige Garten poetischer Tropen, Figuren und Zierate nicht die geringfügigste Einzelheit duldet, die nicht vor der strikten Wahrheiten bestehen kann". Er fügte hinzu, Beatriz habe sich immer mmit Álvaro amüsiert.
Ich sagte zu, sagte wortreich zu. Ich erklärte, um meine Bereitschaft in ein noch wahrscheinlicheres Licht zu rücken, daß ich nicht am Montag, sondern am Donnerstag mit Álvaro sprechen wolle: während des kleinen Abendessens, das jede Versammlung des Schriftstellerclubs zu krönen pflege. (Derartige Abendessen existieren nicht, doch finden die Versammlungen nachweislich am Donnerstag statt, wovon Carlos Argentino sich an Hand der Zeitungen überzeugen konnte, und was dem Satz eine gewisse Realität verlieh.) Ich sagte mit vorausblickender Schläue, daß ich, bevor ich auf das Vorwort zu sprechen käme, den eigenartigen Plan des Werkes schildern wolle. Wir verabschiedeten uns; als ich in die Calle Bernado de Irigoyen einbog, faßte ich ganz unparteiisch die zwei Zukünfte, die mir blieben ins Auge: a) mit Álvaro sprechen und ihm sagen, daß der Vetter der seinerzeit auch ihm bekannten Beatriz (dieser erläuternde Euphemismus gäbe mir ein Recht, ihren Namen auszusprechen) ein gedicht zusammengeschmiert habe, das die Grenzen der Kakophonie un der Konfusion in Unabsehbare zu erweitern verspreche; b) nicht mit Álvaro reden. Ich erkannte hellseherisch, daß sich meine Trägheit für b) entscheiden würde.
Von Freitag früh an begann das Telefon mich nervös zu machen. Es empörte mich, daß dieses Instrument, das ehemals die unwiderbringliche Stimme von Beatriz hervorgebracht hatte, zum Behältnis der überflüssigen, vielleicht ergrimmten Anklagen dieses eingebildeten Carlos Argentino Daneri herabgesunken war. Glücklicherweise erfolgte nichts außer dem unvermeindlichen Groll, den mir dieser Mann einflößte, der mich einer delikaten Mission betraut hatte und jetzt einfach sitzenließ. Das Telefon verlor für mich seine Schrecken, aber Ende Oktober reif Carlos Argentino mich an. Er war in höchster Aufregung; zuerst erkannte ich seine Stimme überhaupt nicht. Mit Trauer und Zorn stieß er hervor, daß diese nicht mehr zu bändigenden Zunino und Zungri unter dem Vorwand der Erweiterung ihrer ungeheuren Confiserie sein Haus abreißen wollten. "Das Haus meiner Väter, mein Haus, das alteingesessene Haus in der Calle Garay", wiederholte er und vergaß bei dem Singsang vielleicht seinen Kummer. Es fiel mir nicht schwer, seine Betrübnis zu teilen. Wenn man die Vierzig hinter sich hat, wird jede Veränderung zum abscheulichen Symbol des Hingangs der Zeit; überdies handelte es sich um ein Haus, das mich tausendfältig an Beatriz erinnerte. Ich wollte diese hauchzarte Nuance zum Ausdruck bringen; mein Gesprächspartner hörte mich überhaupt nicht. Er sagte, wenn Zunino und Zungri auf diesem sinnwidrigem Vorhaben bestünden, würde Doktor Zunni, sein Rechtsanwalt, ipso facto eine Schadensersatzklage einbringen und sie zwingen, 100 000 Pesos herauszurücken.
Der Name Zunni beeindruckte mich; seine Kanzlei Ecke Caseros und Tacuari ist von sprichwörtlicher Seriösität. Ich fragte, ob er den Fall bereits übernommen habe. Daneri sagte, er wolle noch an diesem Nachmittag mit ihm sprechen. Er wurde unsicher und äußerte mit jener glatten, unpersönlichen Stimme, die wir anzunehmen pflegen, wenn es sich um etwas sehr Persönliches handelt, daß ihm, um die Dichtung zu Ende zu führen, das Haus unentbehrlich sei, denn in einem Winkel des Kellergeschosses befinde sich ein Aleph. Er erklärte, ein Aleph sei einer jener Punkte im Raum, die alle Punkte in sich enthalten.
"Es ist im Keller unter dem Eßzimmer", erklärte er; die Angst ließ seine Redeweise fast erträglich werden. "Es gehört mir: Ich habe es entdeckt, als ich noch ein Kind war, bevor ich in die Schule kam. Die Kellertreppe ist steil, Onkel und Tante hatten mir streng verboten, hinunterzugehen, aber jemand hatte behauptet, im Keller gäbe es eine Welt. Später habe ich begriffen, daß er einen Reisekoffer meinte; ich habe aber angenommen, da wäre wirklich eine Welt. Ich bin heimlich hinuntergegangen, auf der verbotenen Treppe ausgerutscht und hingefallen. Als ich die Augen öffnete, habe ich das Aleph gesehen." "Das Aleph?" wiederholte ich. "Ja, den Ort, an dem, ohne sich zu vermischen, alle Orte der Welt sind, aus allen Winkeln gesehen. Ich habe niemandem meine Entdeckung verraten, aber ich bin wieder hingegangen. Der Knabe konnte ja nicht wissen, daß ihm dieses Vorrecht zuteil wurde, damit dereinst der Mann das Gedicht meißele! Zunino und Zungri werden mich nicht ausplündern, nein und tausendmal nein. Mit dem Gesetzbuch in deer Hand wird Doktor Zunni den Beweis antreten, daß mein Aleph unvergeßlich ist." Ich versuchte es mit vernüftigem Zureden. "Aber ist der Keller nicht sehr dunkel?" "Die Wahrheit dringt nicht in ein widerspenstiges Hirn. Wenn alle Orte der Welt im Aleph sind, dann müssen auch alle Leuchtkörper, alle Lampen, alle Quellen des Lichts hier versammelt." "Ich will es mir auf der Stelle ansehen." Ehe er eine Widerrede äußern konnte, legte ich auf. Die Kenntnis einer Tatsache reicht aus, uns sofort eine Reihe bestätigender Züge wahrnehmen zu lassen, die man bis dahin nicht vermutet hatte; ich wunderte mich, daß ich bis zu diesem Augenblick nicht darauf gekommen war, daß Carlos Argentino wahnsinnig war. Überhaupt all diese Viterbos ... Beatriz (das sage ich doch selbst immer wieder) war eine Frau, ein kindliches Geschöpf von geradezu erbarmungslosem Scharfblick; und doch gab es auch bei ihr Nachlässigkeiten, Zerstreutheiten, Versäumnisse, ja wahre Grausamkeiten, die vielleicht einer pathologischen Erklärung bedurften. Carlos Argentinos Wahnsinn erfüllte mich mit boshafter Wonne; im Grunde hatten wir einander nie ausstehen können.
In der Calle Garay bat mich die Dienerin, ich möchte so gut sein und einen Augenblick warten. Der Junge halte sich wie immer Keller auf und entwickele Fotografien. Neben der großen Vase ohne Blume lächelte auf dem überflüssigen Piano (eher zeitlos als anachronistisch) das große Porträt von Beatriz in plumpen Farben. Niemand konnte uns sehen; mit liebevoller Verzweiflung näherte ich mich dem Bild und sagte ihm: "Beatriz, Beatriz Elena, Beatriz Elena Viterbo, geliebte Beatriz, für immer verlorene Beatriz, ich bin es, Borges." Bald darauf trat carlos ein. Er sprach ganz trocken; ich begriff, daß er an nichts anderes denken konnte, als an den Verlust des Aleph. "Ein Gläschen von dem Pseudo-Kognak", befahl er, "dann sollst du in den Keller tauchen. Wie gesagt: Rückenlage ist unerläßlich. Desgleichen Dunkelheit, Reglosigkeit, eine gewisse Gewöhnung des Auges. Du legst Dich rücklings auf den Fliesenboden und heftest den Blick auf die neunzehnte Stiege der zugehörigen Steige. Ich gehe, schließe die Luke, und du bleibst allein zurück. Solltest du vor irgendeinem Nagetier Angst haben - macht nichts. Binnen weniger Minuten erblickst du das Aleph, den Mikrokosmos der Alchimisten und Kabbalisten, den konkreten Gottseibeiuns, das multum in parvo!" Schon im Speisezimmer fügte er hinzu: "Es versteht sich von selbst, daß, falls Du es nicht siehst, deine Unfähigkeit mein Zeugnis nicht entkräftet ... Geh hinunter, binne kürzester Frist wirst du mit allen Bildern von Beatriz Zwiesprache halten können ... "
Ich stieg rasch hinunter, seines dämlichen Geredes. Der Keller, kaum breiter als die Treppe, hatte viel von einem Brunnenschacht. Vergeblich suchte ich mit Blicken den Koffer, von dem Carlos Argentino gesprochen hatte. Ein paar Kisten mit Flaschen und ein paar Segeltuchtaschen verstopften eine Ecke. Carlos ergriff eine Tasche, faltete sie zusammen und legte sie an eine bestimmte Stelle. "Das Kissen ist kärglich", erklärte er; "höbe ich es jedoch nur um einen Zentimeter an, sähest du keinen Pfifferling und müßtest verärgert und beschämt den Rückzug antreten. Bequeme deine leibliche Fracht hier auf den Boden und zähle neunzehn Stufen ab." Ich gehorchte seinen lächerlichen Anweisungen; endlich ging er. Behutsam schloß er die Falltür. Die Finsternis, abgesehen von einer Ritze, die ich erst später entdeckte, schien mir vollkommen. Auf einmal begriff ich die Gefahr, in der ich schwebte; von einem Wahnsinnigen hatte ich mich lebendig begraben lassen, nachdem er mir Gift verabreicht hatte. Aus Carlos' prahlerischen Reden sprach die Angst, ich könnte die Wundererscheinung vielleicht nicht sehen; Carlos, um seinen Wahn in Schutz zu nehmen, um nicht zu wissen, daß er wahnsinnig war, mußte mich umbringen. Ich empfand ein dumpfes Unbehagen, das ich auf meine Steifheit, nicht auf die Wirkung eines Narkotikums zurückzuführen versuchte. Ich schloß die Augen, öffnete sie wieder. Da sah ich das Aleph.
Nun komme ich zum Unsagbaren Mittelpunkt meines Berichts; hier beginnt meine Verzweiflung als Schriftsteller. Alle Sprache ist ein Alphabet aus Symbolen, deren Anwendung eine den Gesprächspartnern gemeinsame Vergangenheit voraussetzt; wie soll ich anderen das unendliche Aleph mitteilen, das mein furchtsames Gedächtnis kaum erfaßt? Die Mystiker helfen sich in einer ähnlichen Klemme mit einer Fülle von Emblemen: um die Gottheit zu bezeichnen, spricht ein Perser von einem Vogel, der irgendwie alle Vögel ist; Alanus ab Insulis von einem Kreis, dessen Mittelpunkt überall, denn Umfang aber nirgendwo ist; Ezechiel von einem Engel mit vier Gesichtern, der sich gleichzeitig nach Osten und Westen, nach Norden und Süden wendet. (Nicht umsonst erinnere ich an diese unbegreiflichen Analogien; sie stehen mit dem Aleph in einer gewissen Beziehung.) Vielleicht würden auch mir die Götter den Fund eines entsprechenden Bildes nicht versagen, aber dann wäre dieser Bericht kontaminiert von Literatur, von Falschheit. Überdies ist das Kernproblem unlösbar: die Aufzählung, wenn auch nur die teilweise, eines unendlichen Ganzen. In diesem gigantischen Augenblick habe ich Millionen köstlicher oder gräßlicher Vorgänge gesehen; keiner erstaunte mich so sehr wie die Tatsache, daß sie alle in demselben Punkt stattfanden, ohne Überlagerung und ohne Transparenz. Was meine Augen sahen, war simultan: was ich beschreiben werde, ist sukzessiv, weil die Sprache es ist. Etwas davon will ich gleichwohl festhalten. Im unteren Teil der Stufe, rechter Hand sah ich einen kleinen regenbogenfarbenen Kreis von fast unerträglicher Leuchtkraft. Anfangs glaubte ich, er drehe sich um sich selber; später begriff ich, daß diese Bewegung eine illusion war, hervorgerufen durch die schwindelerregenden Schauspiele, die er barg. Im Durchmesser mochte das Aleph zwei oder drei Zentimeter groß sein, aber der kosmische Raum war darin, ohne Minderung seines Umfangs. Jedes Ding (etwa die Scheibe eines Spiegels) war eine Unendlichkeit von Dingen, weil ich sie aus allen Ecken des Universums deutlich sah. Ich sah das belebte Meer, ich sah Morgen- und Abendröte, ich sah die Menschenmassen Amerikas, ich sah ein silbriges Spinnennetz im Zentrum einer schwarzen Pyramide, sah ein aufgebrochenes Labyrinth (das war London), sah unzählige ganz nahe Augen, die sich in mir wie in einem Spiegel ergründeten, sah alle Spiegel des Planeten, doch reflektierte mich keiner, sah in einem Durchgang der Calle Soller die gleichen Fliesen, die ich vor dreißig Jahren im Flur eines Hauses in Fray Bentos gesehen hatte, ich sah Weintrauben, Schnee, Tabak, Metalladern, Wasserdampf, ich sah aufgewölbte Wüsten am Äquator und jedes einzelne Sandkorn darin, sah in Inverness eine unvergeßliche Frau, sah das unbändige Haar, den hochgemuten Körper, sah eine Krebsgeschwulst in der Brust, sah einen Kreis trockene Erde auf einem Pfad, wo vordem ein Baum gestanden hatte, sah in einem Landhaus in Adrogué ein Exemplar der ersten englischen Pliniusübersetzung, der von Philemon Holland, sah gleichzeitig jeden Buchstaben auf jeder Seite (als Kind wunderte ich mich immer, daß die Lettern in einem geschlossenen Buch nicht bei Nacht durcheinandergeraten und sich verirren), ich sah die Nacht und den Tag gleichzeitig, sah einen Sonnenuntergang in Querétaro, der die Farbe einer Rose in Bengalenwiderzuerstrahlen schien, sah mein Schlafzimmer und niemanden darin, sah in einem Kabinett von Alkmaar einen Globus zwischen zwei Spiegeln, die ihn endlos vervielfältigen, sah Pferde mit zerstrudelter Mähne auf einem Strand am Kaspischen Meer in der Morgenfrühe, sah das feine Knochengerüst einer Hand, sah die Überlebenden einer Schlacht, wie sie Postkarten schrieben, sah in einem Schaufenster in Mirzapur ein spanisches Kartenspiel, sah die schrägen Schatten von Farnen am Boden eines Treibhauses, sah Tiger, Dampfkolben, Bisons, Sturzfluten und Heereszüge, sah alle Ameisen, die es auf der Erde gibt, sah ein persisches Astrolabium, sah in einer Schublade des Schreibtischs (und beim Anblick der Handschrift erbebte ich) obszöne, unglaubliche, eindeutige Briefe, die Beatriz an Carlos Argentino geschrieben hatte, sah ein angebetetes Denkmal auf dem Chacarita-Friedhof, sah die gräßliche Reliquie dessen, was so köstlich Beatriz Viterbo gewesen war, sah das Kreisen meines dunklen Blutes, sah das Räderwerk der Liebe und die Veränderung des Todes, sah das Aleph aus allen Richtungen zugleich, sah im Aleph die Erde und in der Erde abermals das Aleph und im Aleph die Erde, sah mein Gesicht und meine Eingeweide, sah dein Gesicht und fühlte Schwindel und weinte, weil meine Augen diesen geheimen und gemutmaßten Gegenstand erschaut hatten, dessen Namen die Menschen in Beschlag nehmen, den aber kein Mensch je erblickt hat: das unfaßliche Universum.
Ich fühlte unendliche Verehrung, unendliches Bedauern. "Der Schädel muß dir brummen von allem, was du unberufen ausspioniert hast", sagte eine widerwärtige joviale Stimme. "Wenn du dir auch das Gehirn ausschwitzt - nicht in einem Jahrhundert wirst du mir diese Offenbarung heimzahlen können. Ein sagenhaftes Observatorium, was, Borges?" Die Schuhe von Carlos Argentino nahmen die oberste Stufe ein. Im jähen Zwielicht gelang es mir, mich aufzuraffen und zu stammeln: "Sagenhaft. Ja, sagenhaft." Der gleichgültige Klang meiner Stimme befremdete mich. Ängstlich gespannt fragte Carlos Argentino: "Hast du auch alles richtig gesehen, in Farben?" In diesem Moment sah ich meine Rache. Wohlwollend, betont mitleidig, nervös, ausweichend dankte ich Carlos Argentino für die Gastlichkeit seines Kellers und legte ihm dringend nahe, den Abbruch des Hauses zu benutzen, um sich von der verderblichen Metropole zu entfernen, die keinen - "glaub mir, keinen!" - ungeschoren läßt. Ich versagte mich mit sanftem Nachdruck der Erörterung des Aleph; ich umarmte ihn und sagte ihm noch einmal, daß Landluft und Ausspannung zwei vortreffliche Ärzte sind. Auf der Straße, auf den Treppen von Constitutión, in der Untergrundbahn kamen mir alle Gesichter bekannt vor. Ich fürchtete, daß kein Ding mehr imstande sei, mich zu überraschen, ich fürchtete, nie mehr den Eindruck von Wiederkehr loszuwerden. Glücklicherweise überfiel mich nach ein paar Nächten der Schlaflosigkeit wiederum das Vergessen.
Nachtrag vom 1. März 1943. - Sechs Monate nach dem Abriß des Gebäudes in der Calle Garay warf der Verlag Procrustes, ohne sich von der Länge der stattlichen Dichtung abschrecken zu lassen, eine Auswahl "Argentinischer Stücke" auf den Markt. Es ist müßig, alles aufzuzählen, was dann geschah; Carlos Argentino Daneri erhielt den Zweiten Nationalpreis für Literatur. "Ich habe Deine grämliche Gratulation erhalten", schrieb er mir. "Aufwallungen, mein beklagenswerter Freund, von schierem Neid, aber auch wenn Du daran erstickst, wirst Du zugeben müssen, daß ich diesmal mein Barett mit der flammenden Feder krönen konnte, meinen Turban mit dem Kalifen aller Rubine." Der Erste wurde Doktor Aita zugesprochen, der Dritte Doktor Mario Bonfanti; unglaublicherweise entfiel auf mein Werk Die Karten des Zinkers keine einzige Stimme. Wieder einmal trugen Unverständnis und Neid den Sieg davon. Schon seid langem sehe ich Daneri nicht mehr; die Zeitungen stellen das Erscheinen eines weiteren Bandes in Kürze in Aussicht. Seine glückliche Feder (der jetzt kein Aleph mehr im Wege steht) hat sich einer verzweiflung der Stoffsammlungen von Doktor Acevedo Diaz zugewandt. Zwei Bemerkungen will ic noch anfügen: eine über das Wesen des Aleph, eine andere über seinen Namen. Aleph ist bekanntlich der erste Buchstabe des Alphabets der heiligen Sprache. Seine Anwendung auf die Scheibe in meiner Geschichte scheint kein Zufall zu sein. Für die Kabbala bezeichnet dieser Buchstabe das En Soph, die unbegrenzte und lautere Göttlichkeit; auch wurde gesagt, daß das Aleph die Gestalt eines Menschen habe, der auf den Himmel und die Erde zeigt um anzudeuten, daß die untere Welt Spiegel und Kartenbild der oberen sei; in der Mengenlehre ist es das Zeichen für die transfiniten Zahlen, bei denen das Ganze nicht größer ist als eines seiner Teile. Ich möchte wissen: Hat Carlos Argentino diesen Namen erwählt, oder hat er ihn gelesen, in bezug auf einen anderen Punkt, in dem alle Punkte zusammentreffen, in einem der zahllosen Texte, die das Aleph seines Hauses ihm enthüllte? So unglaublich die Sache erscheinen mag; ich glaube, daß es ein anderes Aleph gibt (oder gab), ich glaube, daß das Aleph in der Calle Garay ein falschen Aleph war. Und zwar aus den folgenden Gründen. Um das jahr 1867 hatte Hauptmann Burton in Brasilien das Amt eines britischen Konsuls inne; im Juli 1942 entdeckte Pedro Henríquez Urena in einer Bibliothek von Santos ein Manuskript von ihm, das von dem Spiegel handelt, den der Orient Iskandar Zul-Karnayn oder Alexander Bicornis von Makedonien zuschreibt. In seinem Kristall spiegelte sich das gesamte Universum. Burton erwähnt andere ähnlich geartete Geräte: den siebenfachen Kelch von Kai Khosru, den Spiegel, den Tarik Ibn Ziyad in einem Turm fand (1001 Nacht, 272), den Spiegel, den Lukain von Samosata auf dem Mond untersuchen konnte (Wahre Geschichte, I, 26), die Spiegellanze, die das erste Buch des Satyricon von Capella dem Jupiter zuschreibt, Merlins Weltenspiegel, "rund und hohl und gleich einer Welt aus Glas" (The Faerie Queene, III, 2, 19) - und er fügt die folgenden merkwürdigen Worte hinzu: "Die vorstehend erwähnten jedoch (ganz abgesehen von dem Mangel, daß es sie nicht gibt) sind lediglich optische Instrumente. Die Gläubigen, die sich zu Kairo in der Amr-Moschee versammeln, wissen ganz genau, daß das Universum im Innern einer der Steinsäulen ist, die den Mittelhof umgeben ... Natürlich kann niemand sie sehen; aber wer das Ohr an ihre Oberfläche legt, erklärt, daß er alsbald ihr geschäftiges Brausen hört ... Die Moschee stammt aus dem siebten Jahrhundert; die Säulen kommen aus anderen Tempeln vorislamischer Religionen, denn, wie bei Ibn Khaldun zu lesen steht: 'In von Nomaden gegründeten Gemeinwesen ist bei allem, was mit Maurerhandwerk zu tun hat, die Mitwirkung von Fremden unentbehrlich.'" Existiert das Aleph im Innern eines Steins? Habe ich es gesehen, als ich alle Dinge sah, und habe ich es vergessen? Unser Geist ist dem Vergessen gegenüber porös; ich selbst verfälsche und verliere doch infolge der tragischen Erosion der Jahre die Gesichtszüge von Beatriz.
/ Für Estela Canto von Jorge Luis Borges.
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